Heute wurde das nachstehende Urteil zum Fall Chaz Thompson gefällt.
In diesem Urteil wird bestätigt, dass das Spiel Basel Gladitors gegen Zurich Renegades gewertet wird wie gespielt, also 35:31. Dies wohl, weil Basel der Vorsatz nicht nachgewiesen werden konnte. Davon mag man halten was man will.
Viel gravierender ist, dass die Entscheidung nach der generellen Spielberechtigung Chaz Thompsons nicht betrachtet wurde, da gegen diesen Entscheid von Seiten der Basel Gladiators kein Einspruch erhoben wurde. Dieser Einspruch hätte ja auch keine Wirkung gehabt, da durch das Verbandsgericht im Urteil vom 2.6.2012 zu Recht entschieden wurde, dass die ITC für den Transfer nicht erheblich sei.

Um nochmal in Erinnerung zu rufen ein Zitat:

“Von einem Transfer <…> gesprochen werden, sobald ein betroffener Spieler an einem Meisterschaftsspiel eines Vereins teilgenommen hat, welcher über seinen Mitgliedverband der EFAF angeschlossen ist. Dies muss unabhängig davon gelten, ob der betroffene Spieler in diesem Verein bzw. Mitgliedverband gültig lizenziert wurde und unabhängig davon, ob vorgängig eine «International Transfer Card» (ITC) ausgestellt wurde. Diese Auslegung wird gestützt durch Ziffer 3.2.3. des EFAF-Transferreglements, das ebenso auf die Spielteilnahme in einem anderen Mitgliedverband abstellt. Dies folgt weiter aus Art. 7 Abs. 3 LR, der bezüglich Lizenzierung in der Schweiz auf ein Spiel im Ausland abstellt.”

Auf gut Deutsch: hast du erst woanders gespielt und spielst du jetzt hier, ist es ein Transfer. Einschränkungen durch Landesverbände sind zulässig. Keine ITC ist falsch; 2x keine ITC ist nicht richtiger.
Weil das Basel schlau erkannt hat, hat Basel ein Gnadengesuch eingereicht, dem auch stattgegeben wurde. Ein Protest gegen den Lizenzentzug wäre nicht durchgekommen. Aber Gnadengesuch wofür? Gemäss Disziplinarregelement Abschnitt “II. Strafen”, gibt es Strafen in Form von Verweisen, Geldstrafen und Sperrstrafen, Spielwertungsstrafen und Platzsperren. Keine anderen gem. Artikel 7.
Artikel 30 besagt jetzt “Mit der Begnadigung wird eine rechtskräftige Strafe aufgehoben oder gemildert. “. Von der TK bestätigt durch das Verbandsgericht wurde allerdings der Einzug der Lizenz auferlegt, keine Sperre oder Geldstrafe. Also keine Strafe. Auf welcher Basis wurde dann begnadigt?

Herzlichen Glückwunsch! Im Football gibt es auch Trickspielzüge …

 

Urteil vom 28. Juni 2012

Mitwirkend: Verbandsgerichtspräsident Harry Lütolf, Verbandsrichter Silvio Riesen, Verbandsrichter Kai Uwe Drescher.

In Sachen

AFC Gladiators beider Basel, vertreten durch die Präsidentin Bärbel Wood, Magdenerstrasse 3, 4310 Rheinfelden, Beschwerdeführer,

gegen

Technische Kommission des SAFV, vertreten durch den Rechtskonsulenten des SAFV, Andreas Knijpenga, Oberdorfstrasse 13, 8114 Dänikon, Beschwerdegegnerin 1,

und gegen

AFC Zurich Renegades, vertreten durch den Präsidenten Thomas Zarinac, 8000 Zürich, Beschwerdegegner 2,

betreffend Beschwerde gegen den Entscheid der Technischen Kommission des SAFV vom 9. Juni 2012 im Verfahren D.2012.1-TK: Wertung des Meisterschafts-spiels zwischen Beschwerdeführer und Beschwerdegegner 2 vom 13. Mai 2012 wegen mangelnder Spielberechtigung von Chaz Thompson (Liz. Nr. 7053).
Das Verbandsgericht des SAFV erkennt:

I. Die Ziffern 1 und 2 des Entscheid-Dispositivs der Technischen Kommission des SAFV (Vorinstanz) vom 9. Juni 2012 im Verfahren D.2012.1-TK in Sachen AFC Gladiators beider Basel gegen Vorinstanz und gegen AFC Zurich Renegades betreffend Wertung des Meisterschaftsspiels vom 13. Mai 2012 wegen mangelnder Spielberechtigung von Chaz Thompson (Liz. Nr. 7053) werden aufgehoben.
Ziffer 3 des Entscheid-Dispositivs der Vorinstanz wird aufrecht erhalten.

II. Das Meisterschaftsspiel vom 13. Mai 2012 zwischen AFC Gladiators beider Basel und AFC Zurich Renegades ist so zu werten, wie es gespielt wurde und wie das Resultat der Begegnung lautet.

III. Die super-provisorische Verfügung des Präsidenten des Verbandsgerichts des SAFV vom 19. Mai 2012 bezüglich Einsetzbarkeit des Spieler Chaz Thompson (Lizenz Nr. 7053) ist betreffend das Meisterschaftsspiel vom 13. Mai 2012 zwischen AFC Gladiators beider Basel und AFC Zurich Renegades gegenstandslos.

IV. Die Kosten des Verfahrens werden auf Fr. 400.– festgesetzt. Vorbehalten bleiben die Kosten gemäss Ziffer V dieses Urteils-Dispositivs.
Dem Beschwerdeführer werden hiervon Fr. 300.– auferlegt. Dieser Betrag wurde bereits geleistet. Die übrigen Kosten trägt die Verbandskasse.

V. Die Parteien können innert nicht erstreckbarer Frist von 5 Tagen seit Empfang dieses Urteils eine Begründung verlangen. Für eine Begründung werden zusätzlich Verfahrenskosten von Fr. 200.– jener Partei in Rechnung gestellt, welche die Begründung verlangte.

VI. Dieser Entscheid ist unabhängig davon, ob gemäss Ziffer V dieses Urteils-Dispositivs eine Begründung verlangt wird, mit dem Urteilsdatum rechtskräftig; das Urteil ist nicht anfechtbar (Art. 40 des Rechtspflegereglements des SAFV vom 24. November 2001).

VII. Zustellung an die Parteien per E-Mail mit Aufforderung zur Empfangsbestätigung.

Im Namen des Verbandsgerichts:
Der Präsident:
Harry Lütolf
(ohne Unterschrift, Zustellung per E-Mail mit Empfangsbestätigung)

 

One Response to Glück fragt nicht nach Recht

  1. Zur Erläuterung, weil Fragen aufkamen: Natürlich braucht es einen ITC.
    Jedoch sind das zwei Vorgänge: der Transfer, der faktisch stattfand, und die fehlenden ITCs, die einen Formmangel darstellen.

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